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Badisches Tagblatt vom 09.06.2000

Die Baden-Partei ist noch längst nicht vom Tisch

Landesvereinigung Baden weiter unzufrieden mit "Stuttgarter Zentralismus"

Karlsruhe - Der Knüppel bleibt im Sack. Noch! Die "Drohung" der Landesvereinigung Baden in Europa e.V. im kommenden Jahr bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg als eigenständige Partei auf Stimmenfang zu gehen, ist jedoch noch längst nicht vom Tisch.

"Unsere Geduld wird weiterhin arg strapaziert", wartet der Vorsitzende der Landesvereinigung, der Karlsruher Professor Robert Mürb, bisher vergeblich auf positive Signale aus Stuttgart. Noch immer werde der mittlere Neckarraum vor der Landespolitik über Gebühr gefördert, noch immer werde insbesondere der badische Landesteil stark vernachlässigt.

Der Landeszuschuss für die Neue Messe Karlsruhe brachte statt der erhofften 50 Millionen nur 30 Millionen Mark. Oder dass das in Stuttgart geplante Haus der Geschichte statt 32 Millionen Mark nun 40 Millionen kosten soll, während das Generallandesarchiv in Karlsruhe seit über 30 Jahren vergeblich auf das Ende seiner Raumnot hofft.

Fast schon gebetsmühlenhaft trägt Mürb die altbekannten Forderungen der Landesvereinigung vor. Der Stuttgarter Zentralismus müsse endlich ein Ende haben, das Land solle auf die Stärken seiner zwölf Regionen bauen. Deshalb fordert die Landesvereinigung in ihrem neuesten Papier die Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes. Sowohl die Rheinschiene von Mannheim bis Basel, wie auch der Bodenseeraum, Ostwürttemberg und Franken/Hohenlohe seien bisher stark vernachlässigt und hätten beträchtliche Entwicklungschancen. Die Landesvereinigung setzt deshalb dem auf Stuttgart konzentrierten zentralistischen Modell der Landesregierung eine eng vernetzte Städtelandschaft entgegen. Baden-Württemberg müsse zu einem Land der Regionen werden.

Eine ganze Reihe solcher und ähnlicher Forderungen sind auf einem vierseitigen Schreiben zusammen gefasst, das dieser Tage den Regierungsmitgliedern sowie allen Landtagsabgeordneten zugeschickt wird. "Wir wollen damit zeigen, dass wir keine Alt-Badener sind, sondern das Wohl des ganzen Landes im Auge haben". Bis nach den Sommerferien erhofft sich die Landesvereinigung Reaktion der Landespolitiker.

"Sollten diese nicht zu unserer Zufriedenheit ausfallen, werden wir weitere Schritte überlegen. Die Landtagswahlen sind ja nicht mehr fern", droht Mürb. Unterschriften gegen den Stuttgarter Zentralismus sollen dessen ungeachtet weiter gesammelt werden, mehr als 50000 sind bereits zusammen.